Welche Tonabnehmer brauche ich bei meiner Gitarre wirklich?
- Francis

- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Singlecoil, Humbucker, P90 oder aktive Tonabnehmer für meine Gitarre – und warum die Frage oft falsch gestellt wird
Wer eine E-Gitarre kaufen oder umbauen möchte, stößt früher oder später auf dieselbe Frage: Welche Tonabnehmer brauche ich wirklich?
Singlecoil, Humbucker, P90, aktiv oder passiv – die Auswahl ist riesig. Viele Gitarristen verlieren sich dabei in Details, obwohl das eigentliche Problem oft ein anderes ist.
In diesem Artikel bekommst du eine klare, praxisnahe Entscheidungshilfe – ohne Marketing-Mythen, sondern aus Sicht eines spielenden Gitarristen.

Die drei Klassiker – kurz und ehrlich erklärt
Singlecoil – klar, direkt, lebendig
Singlecoils liefern einen offenen, brillanten Klang mit viel Dynamik. Sie reagieren sehr sensibel auf dein Spiel und sind perfekt für Cleansounds, Funk, Indie, Country und klassischen Rock.

Vorteile
Sehr transparent
Dynamisch und lebendig
Setzt sich gut im Mix durch
Nachteile
Anfällig für Brummen
Weniger Druck bei High-Gain
Typisch für: Strat- & Tele-Sounds
Humbucker – fett, druckvoll, vielseitig
Humbucker bestehen aus zwei Spulen und unterdrücken Störgeräusche. Sie liefern mehr Output, mehr Sustain und einen dichteren Sound – ideal für Rock, Blues, Hard Rock und moderne Sounds.

Vorteile
Kein Brummen
Viel Druck und Sustain
Sehr vielseitig
Nachteile
Weniger Höhen als Singlecoils
Weniger „luftig“ im Cleanbereich
Typisch für: Les Paul, moderne T- & S-Styles
P90 – der Charakterkopf
P90s liegen klanglich zwischen Singlecoil und Humbucker. Sie haben mehr Biss und Mitten als ein Singlecoil, bleiben aber offener als ein Humbucker.

Vorteile
Sehr charakterstark
Durchsetzungsfähig
Vintage-Charme
Nachteile
Können brummen
Nicht so universell
Typisch für: Vintage Rock, Blues, Garage
Aktive Tonabnehmer – maximale Kontrolle, moderner Sound
Aktive Tonabnehmer verfügen über einen integrierten Vorverstärker, der über eine Batterie (meist 9 V) gespeist wird. Sie liefern ein sehr konstantes, kräftiges Signal und sind besonders in modernen Musikstilen beliebt.

Vorteile
Sehr hoher Output
Extrem rauscharm
Klar definierte Bässe & Höhen
Perfekt für High-Gain, Metal & moderne Sounds
Nachteile
Benötigen eine Batterie
Weniger dynamische Ansprache
Klanglich oft „komprimierter“
Weniger Vintage-Charakter
Typisch für: Metal, Progressive, Djent, moderne Rock-Produktionen
Die eigentliche Frage: Brauche ich einen Tonabnehmer – oder mehrere?
Hier liegt der Denkfehler vieler Gitarristen.
Die meisten kaufen nicht „den falschen Tonabnehmer“, sondern:
spielen verschiedene Stile
brauchen unterschiedliche Sounds
wollen inspiriert bleiben
Deshalb besitzen viele Gitarristen:
eine Gitarre für Cleans
eine für Rock
eine für härtere Sounds
Das Problem: Pickup-Wechsel sind aufwendig, teuer und oft endgültig.

Warum Flexibilität heute wichtiger ist als Perfektion
Ein Tonabnehmer ist immer ein Kompromiss. Was im Studio perfekt klingt, funktioniert live vielleicht nicht. Was im Proberaum begeistert, passt im Mix nicht.
Deshalb wird die Frage immer relevanter:
Warum muss ich mich überhaupt festlegen?
Moderne Gitarristen wollen:
schnell reagieren
Sounds ausprobieren
ihre Gitarre an Musik & Situation anpassen
Nicht irgendwann – sondern jetzt.
Modular denken statt endgültig entscheiden
Statt die „eine richtige Wahl“ zu suchen, lohnt sich ein anderer Ansatz:
verschiedene Tonabnehmer
verschiedene Sounds
ohne Umbau, ohne Werkzeug
Genau hier setzt das modulare Konzept von MagTone an: Die komplette Elektronik inklusive Tonabnehmer befindet sich in einem austauschbaren Modul – der Wechsel dauert Sekunden.
Heute Humbucker, morgen Singlecoil, übermorgen P90
Ohne Saiten abnehmen
Ohne Löten
Ohne Kompromiss
Fazit: Welche Tonabnehmer brauchst du wirklich?
Die ehrliche Antwort lautet:
Mehr als einen.
Nicht gleichzeitig – aber je nach Situation. Und genau deshalb ist Flexibilität heute wichtiger als die „perfekte“ Einzelentscheidung.
Wenn du eine Gitarre suchst, die dich nicht einschränkt, sondern inspiriert, lohnt es sich, Tonabnehmer für deine Gitarre nicht als endgültige Wahl zu sehen – sondern als austauschbares Werkzeug.




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